11. Mai 2015
Kategorie(n): Frag die Baubiologin

Gesundes und ökologisches Bauen spielt mittlerweile für viele Menschen eine große Rolle. Welche Möglichkeiten es aber genau gibt, wissen nur wenige. Deshalb widmen wir uns in einer vierteiligen Serie diesem Thema und interviewen unsere Baubiologin Christine Kynast. Heute starten wir mit Wandgestaltung durch Lehmfarben.

Baubiologin Christine Kynast -links- und ihre Kollegin im baubiologischen Fachmarkt Birstein

Frau Kynast, Sie empfehlen die Verwendung von Lehmfarbe, wenn die Wand mal wieder einen neuen Anstrich braucht. Welche Eigenschaften hat Lehmfarbe?

Lehmfarbe verfügt über eine sehr gute Feuchtigkeitsaufnahme. Sie ist strapazierfähig und kann Gerüche sehr gut absorbieren. Außerdem sorgt Lehmfarbe für eine wärmere Oberflächentemperatur, was von vielen Menschen als wohliger empfunden wird.

 

Warum ist das wichtig?

Häuser werden heutzutage sehr viel dichter und luftundurchlässiger gebaut als früher. Es ist also wichtig, dass die Feuchtigkeit der Luft und auch Gerüche von der Wand aufgenommen werden, damit sich beispielsweise kein Schimmel bildet. Es geht also nicht nur ums Wohlbefinden, sondern auch um die Gesundheit.

 

Und dabei spielt die „richtige“ Wandfarbe eine Rolle?

Ja – schließlich ist die Wandfläche die größte Fläche eines Raums und damit ein wesentlicher Faktor für ein gutes Raumklima. Das wird häufig unterschätzt. Natürlich löst ein Anstrich mit Lehmfarbe allein nicht die Problematik rund um den Oberflächenschimmel. Aber in Kombination mit einem entsprechenden Putz darunter führt die Verwendung von Lehm zu vergleichsweise besseren Ergebnissen als andere Baumaterialien.

 

Was muss ich bei der Verwendung von Lehmfarbe beachten?

Lehmfarbe ist kinderleicht zu verwenden: Wie jede andere Farbe auch kann sie gestrichen oder gerollt werden. Mithilfe von Schablonen und anderen Techniken kann man tolle Effekte herausarbeiten. Lehmfarbe gibt es in unzähligen Farben – und wer es noch spezieller mag, kann z.B. mit Glimmerprodukten einen schönen Schimmer einarbeiten. Der Fantasie sind also keine Grenzen gesetzt.